Mehr Sicherstellungen, aber weniger Falsifikate beschlagnahmt
Falschgeldstatistik 1998
Medienmitteilungen, fedpol, 25.03.1999
1998 wurden im Vergleich zum Vorjahr weniger gefälschte Schweizer Franken, US-Dollar, Deutsche Mark, italienische Lire und französische Francs sichergestellt. Zu Buch schlugen letztes Jahr hingegen die fast perfekt gefälschten Dinar-Noten aus Bahrain. Insgesamt meldeten Polizei und Banken 6472 Falschgeldsicherstellungen (Vorjahr: 4576) bei den Kriminalpolizeilichen Zentralstellen des Bundesamtes für Polizeiwesen (BAP). Das BAP überprüfte und identifizierte 84'763 Banknoten (Vorjahr: 73'103) als Fälschungen.
1998 wurden insgesamt 29'984 falsche Schweizer Münzen und Banknoten im Wert von 5,5 Mio. sichergestellt. Dies bedeutet einen klaren Rückgang gegenüber der überdurchschnittlich hohen Sicherstellung von 34'223 Münzen und Banknoten im Wert von 25,6 Mio. im Vorjahr, die auf den Abschluss eines grossen Falles zurückzuführen war. Im Zehnjahresvergleich handelt es sich allerdings um die dritthöchste Summe an sichergestellten falschen Schweizer Franken. Die Menge des effektiv in Umlauf gesetzten Falschgeldes nahm 1998 auf 0,9 Mio. ab (Vorjahr: 2,3 Mio.). Dieser Betrag ist gemessen am durchschnittlichen Noten-Umlaufvolumen von rund 30 Mia. Schweizer Franken sehr gering.
Mit Computer und Tintenstrahldrucker
Die - oft von Einzeltätern - mit Computer und Tintenstrahldrucker produzierten Fälschungen nahmen im vergangenen Jahr massiv zu, während die Verbreitung von farbfotokopierten Falsifikaten konstant blieb. Die am häufigsten gefälschte Banknote ist die 100-Franken-Note; an zweiter Stelle folgt die 1000-Franken-Note. Im Oktober 1998 wurde in der Schweiz die Einführung der neuen Notenserie mit der 100-Franken-Note abgeschlossen. Von der neuen Emission sind verschiedene Fälschungen von schlechter Qualität aufgetaucht. Die Sicherheitsmerkmale (Wasserzeichen, Durchsichtsregister, Metallfaden, Kinegramm, metallisierte Zahl, optisch veränderbare Tinte und transparente Zahl) schützen also nur jene, die die Geldscheine kennen und beim Zahlen prüfen.
Fall Bahrain
Im Auftrag einer internationalen Tätergruppe, die sich als Vertreter der Bank von Bahrain ausgegeben hatte, stellte eine Sicherheitsdruckerei in Buenos Aires im letzten Frühjahr 20-Dinar-Noten im Wert von 140 Millionen Dinar (rund 560 Millionen Franken) her. Anschliessend transportierten die Täter das Falschgeld nach Afrika und "entlöhnten" die Flugzeugbesatzung mit falschen Dinar-Noten. Im Sommer tauchten im Devisenhandel die ersten Fälschungen auf; die betroffenen Schweizer Grossbanken stellten diese den Kriminalpolizeilichen Zentralstellen des BAP zur Echtheitsüberprüfung zu. Auf deren Antrag eröffnete die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren, in deren Verlauf sie die Schweizer Konten, auf denen die Flugzeugbesatzung ihren Gewinn anlegen wollte, blockierte. Insgesamt konnten 42'751 Noten im Wert von 855'020 Dinar (rund 3,4 Mio. Schweizer Franken) sichergestellt werden. In Europa waren neben der Schweiz inbesondere Frankreich, Belgien und Italien vom Fall Bahrain betroffen.
Abnahmen bei ausländischen Währungen
Mit 6'199 Noten im Wert von 0,6 Mio. wurden 1998 im Vergleich zum Vorjahr (15'465 Noten im Wert von 1,2 Mio.) nur noch rund die Hälfte an gefälschten US-Dollars sichergestellt. Auch bei der Deutschen Mark ist eine bedeutende Abnahme der Sicherstellungen auf 779 Noten im Wert von 382'000 DEM (Vorjahr: 3'268 Noten im Wert von 1,471 Mio. DEM) zu verzeichnen. Obwohl viele 100'000er Falsifikate von sehr guter Qualität abgesetzt werden konnten, waren auch die Sicherstellungen von italienischen Liren mit 3'132 Noten im Wert von 176 Mio. ITL (Vorjahr: 15'094 Noten im Wert von 1,4 Mia. ITL) stark rückläufig. Die Menge an sichergestellten französischen Francs ging leicht auf 790 Noten im Wert von 198'000 FRF zurück (Vorjahr: 902 Noten im Wert von 219'000 FRF).
Wie schütze ich mich im Ausland vor Falschgeld?
Personen, die sich ins Ausland begeben, sollten folgende Empfehlungen beachten:
Kaufen Sie ausländische Währungen im In- und Ausland nur bei Banken oder offiziellen Wechselstuben. Bewahren Sie den Changezettel als Beweismittel auf.
Tätigen Sie auf keinen Fall Wechselgeschäfte auf dem Schwarzmarkt oder mit unbekannten Privatpersonen.
Prägen Sie sich das Aussehen und die Beschaffenheit der in Banken und Wechselstuben erworbenen echten Banknoten ein. So können Sie allfällige Fälschungen eher erkennen.
Prüfen Sie sofort das Herausgeld. Lassen Sie sich Zeit dazu.
Wenn Sie Zweifel an der Echtheit von Banknoten haben, lassen Sie diese unverzüglich bei einer Bank oder offiziellen Wechselstube prüfen.
