Bundesamt für Polizei

Beweise für Massaker erheben und sichern

Schweiz beteiligt sich an internationaler Aktion im Kosovo

Medienmitteilungen, fedpol, 22.06.1999

Die Schweiz stellt eines der fünf Vorausdetachemente, die im Kosovo erste Beweise für die durch die jugoslawische Armee und Polizei verübten Massaker sichern werden. Morgen Mittwoch wird das vierköpfige Vorausdetachement der Schweiz, das sich aus Polizeibeamten der Kantone Zürich, Bern, Wallis und Waadt zusammensetzt, nach Skopjie abfliegen.

Das Internationale Gericht zur Verfolgung der Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien hatte in einem Schreiben vom 17. Mai 1999 verschiedene europäische Staaten um Unterstützung ersucht. Das Gericht benötigt Beweise, um seine Anklage gegen den jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic und weitere Personen wegen schwerwiegender Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mordes und Deportationen zu stützen.

Die Vorausdetachemente werden mit den KFOR-Truppen an ihre Einsatzorte gelangen und höchstens drei Wochen im Einsatz stehen. Die Schweizer werden nach einer kurzen Ausbildung durch Mitarbeiter des Internationalen Gerichts in der deutschen Schutzzone tätig sein. Die Vorausdetachemente haben die Aufgabe, erste Beweise zu sichern und den Einsatz der nachfolgenden Ermittlungsteams vorzubereiten. Diese Ermittlungsteams bestehen aus 15 bis 25 Personen und setzen sich aus mehrheitlich aus Vertretern von DVI-Teams (DVI = Disaster Victim Identification) zusammen. Die Schweiz wird kein eigenes Ermittlungsteam stellen, da sie über kein eingespieltes und erprobtes DVI-Team verfügt. Die Schweiz ist jedoch bereit, DVI-Teams anderer Staaten mit Experten zu unterstützen. Das Bundesamt für Polizeiwesen (BAP), das den Schweizer Einsatz im Kosovo koordiniert, hat die Polizeikommandten und Gerichtsmedizinischen Institute der Schweiz angefragt, ob sie Experten für einen freiwilligen Einsatz von höchstens vier Wochen freistellen können.

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