Bundesamt für Justiz
Ghiringhelli an Italien ausgeliefert
Medienmitteilungen, BJ, 27.09.2000
Die Schweiz hat heute Mittwoch Marcello Ghiringhelli an Italien ausgeliefert. Der Aktivist der "Roten Brigaden" wurde am Vormittag in Domodossola den italienischen Behörden übergeben.
Ghiringhelli war am 29. Januar 1999 in La-Chaux-de-Fonds verhaftet worden. Die italienische Botschaft in Bern reichte am 12. März 1999 das formelle Auslieferungsersuchen ein, das sich auf drei Gerichtsurteile von 1984 und 1985 stützt. Der Rotbrigadist war in Italien wegen mehrfacher Tötungsdelikte, schwerer Körperverletzung, Raub und einer Reihe weiterer Delikte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das damals zuständige Bundesamt für Polizei bewilligte die Auslieferung am 10. August 1999. Eine Beschwerde Ghiringhellis gegen den Auslieferungsentschied wies das Bundesgericht am 2. Dezember 1999 ab. Die Auslieferung wurde aber vorerst aufgeschoben, da Ghiringhelli am 19. November 1999 vom Strafgericht von La-Chaux-de-Fonds wegen Vorbereitung eines bewaffneten Raubes zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Nachdem ihn die Neuenburger Behörden bedingt entlassen hatten, ordnete das Bundesamt für Justiz umgehend die Übergabe an Italien an.
