Spielsucht wird hauptsächlich durch Glücksspielautomaten verursacht

Studie über die Spielsucht in der Schweiz

Schlagwörter: Geldspiel

Medienmitteilungen, BJ, 26.11.2004

Bern, 26. November 2004. Spielsucht existierte in der Schweiz bereits vor Betriebsaufnahme der nach Spielbankengesetz konzessionierten Casinos. Häufigstes problemverursachendes Spiel ist das Spiel an Geldspielautomaten. Die meisten der beobachteten Spielsüchtigen bevorzugen einen Spielort ausserhalb der Spielbanken. Dies sind wichtige Ergebnisse einer Studie (Zusammenfassung), welche die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und das Bundesamt für Justiz (BJ) in Auftrag gegeben haben.

Die Studie gewährt einen umfassenden Einblick in die Ausprägung und Ausbreitung der Spielsucht in der Schweiz. Dies im zeitlichen Umfeld der Betriebsaufnahme der nach Spielbankengesetz konzessionierten Casinos:

  • Von Spielsucht sind in der Schweiz gemäss Schätzungen zwischen 35 000 und 48 000 Personen betroffen. Die Anzahl der beobachteten Fälle sowohl im Bereich der Spielbanken wie der Lotterien und Wetten nimmt zu.
  • Häufigstes problemverursachendes Spiel ist das Spiel an Geldspielautomaten in- und ausserhalb von Spielbanken. Der bevorzugte Spielort von Spielsüchtigen liegt mehrheitlich ausserhalb der Spielbanken.
  • Der volkswirtschaftliche Nutzen des Glücksspiels übersteigt dessen Kosten, auch wenn gewisse negative Auswirkungen für die Gesellschaft (Folgekrankheiten oder Scheidungen) nicht in Zahlen erfasst werden können.
  • Die Spielsperren in den Spielbanken werden von Spezialisten als wirksames Instrument gegen die Spielsucht betrachtet. Auch die vorliegenden Sozialkonzepte werden von Experten als sinnvoll erachtet.

Die ESBK als Aufsichtsbehörde über die Spielbanken wollte sich ein Bild über die Suchtsituation machen. Dies bezogen auf einen Zeitraum, in dem die nach Spielbankengesetz konzessionierten Casinos noch keine messbaren Auswirkungen haben konnten. Ziel war, die heutige Vollzugspraxis zur Bekämpfung der sozial schädlichen Auswirkungen gestützt auf diese systematisch gewonnenen Erkenntnisse optimieren zu können.

Das BJ als Aufsichtsbehörde über den Vollzug des Lotteriegesetzes wollte Aufschluss über das Spielsuchtpotenzial der in der Schweiz angebotenen Lotterien und Wetten. ESBK und BJ haben deshalb den Auftrag erteilt, zu diesem Thema eine Studie zu verfassen. Mit der Untersuchung wurde das Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) betraut, das unter anderem eine schriftliche Befragung von 375 Beratungs- und Behandlungsinstitutionen durchführte.