Bekämpfung des Menschenhandels: Sommaruga empfängt US-Sonderbotschafter

Medienmitteilungen, EJPD, 26.06.2012

Bern. Menschenhandel als moderne Form der Sklaverei muss entschieden bekämpft werden. Die internationale Zusammenarbeit ist dabei ein entscheidender Faktor. Dies bekräftigten Bundesrätin Simonetta Sommaruga und US-Sonderbotschafter Luis CdeBaca am Dienstag in Bern. CdeBaca ist Chef des Büros für die Überwachung und Bekämpfung des Menschenhandels im US-Aussenministerium.

CdeBaca weilte zu einem eintägigen Arbeitsbesuch in Bern. Sommaruga erläuterte ihm das schweizerische Dispositiv im Kampf gegen Menschenhandel, in dem die Kantone für die Strafverfolgung zuständig sind und von den Stellen des Bundes unterstützt werden, namentlich von der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM) und vom Kommissariat Menschenhandel/Menschenschmuggel beim Bundesamt für Polizei (fedpol).

Sommaruga wies CdeBaca auf die jüngsten Entwicklungen der schweizerischen Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung des Menschenhandels hin. So wird zum Beispiel am 1. Januar 2013 eine nationale Zeugenschutzstelle bei fedpol ihre Arbeit aufnehmen. Wirksamer Zeugenschutz ist eine wichtige Voraussetzung dafür, um von Opfern des Menschenhandels überhaupt Zeugenaussagen zu bekommen.

Schutz auch für minderjährige Opfer

CdeBaca hatte letzte Woche den jährlichen Bericht seiner Behörde zur weltweiten Bekämpfung des Menschenhandels veröffentlicht. Der Bericht würdigt die Anstrengungen der Schweiz, kritisiert allerdings erneut, dass in der Schweiz die Prostitution Minderjähriger nicht verboten sei. Sommaruga erklärte CdeBaca, dass dieses Verbot bald kommen dürfte, ein entsprechendes Gesetzgebungsprojekt laufe. Im Übrigen verfolge die Schweiz den Menschenhandel unabhängig vom Alter der Opfer.

Sonderbotschafter CdeBaca traf sich am Dienstag an einem Runden Tisch auch mit dem stellvertretenden fedpol-Direktor Adrian Lobsiger, mit dem Geschäftsführer der KSMM und weiteren Verantwortlichen für die Bekämpfung des Menschenhandels in der Schweiz sowie Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen aus diesem Bereich.