Volksinitiative "Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen" (Ecopop)
Volksabstimmung vom 30. November 2014
Stimmbeteiligung: 49,98%
Total Stimmen: 2'591'553
Ja: 671'099 (25,9%)
Nein: 1'920'454 (74,1%)
Unten finden Sie die Informationen zur Initiative "Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen" (Ecopop), die das EJPD vor der Abstimmung vom 30. November 2014 online veröffentlicht hatte.
Die Volksinitiative "Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen" (Ecopop-Initiative) setzt sich zum Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Dazu will sie einerseits in der Schweiz das Wachstum der ständigen Wohnbevölkerung infolge Zuwanderung beschränken, und zwar auf 0,2 Prozent pro Jahr. Das wären heute weniger als 17 000 Personen. Andererseits soll der Bund mindestens 10 Prozent seiner Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit in die freiwillige Familienplanung investieren, jährlich also rund 150 Millionen Franken.
Gefahr für unseren Wohlstand
Bundesrat und Parlament und die grossen nationalen Parteien lehnen die Initiative entschieden ab. Sie ist nicht geeignet, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Der Bundesrat ist der Meinung, dass alleine mit Massnahmen gegen Ausländerinnen und Ausländer kein Umweltproblem gelöst wird. Dafür braucht es vielmehr einen sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen wie Wasser, Boden, Luft und Energie. Doch dazu sagt die Initiative nichts.
Die Initiative nützt der Umwelt nichts, gefährdet aber unseren Wohlstand: Die tiefe und starre Zuwanderungsquote von nur 0,2 Prozent pro Jahr würde der Schweizer Wirtschaft schaden. Das wäre ein starres Korsett, das der Schweiz jeden Spielraum nehmen würde. Ausserdem würde eine Annahme der Initiative auch die aktuellen Bemühungen unterlaufen, gute und stabile Beziehungen zur EU zu sichern. Der Bundesrat hält die Initiative deshalb nicht nur für verfehlt, sondern für gefährlich.
Investitionen in Armutsbekämpfung, Bildung und Gleichstellung der Frauen
Die Initiative hat eine zweite Forderung: Sie verlangt Investitionen in Entwicklungsländern in die freiwillige Familienplanung, also niedrigere Geburtenraten. Die höhere Geburtenrate in Entwicklungsländern ist aber vor allem eine Folge der Armut. Deshalb sind Investitionen in die freiwillige Familienplanung nur dann sinnvoll, wenn sie in einen breiten Ansatz zur Armutsbekämpfung eingebettet sind. Dazu gehören Massnahmen im Bereich der Bildung, der Gesundheit und der Gleichstellung der Frauen.
Bundesrat und Parlament empfehlen, die Volksinitiative abzulehnen.
Der Nationalrat hat die Initiative mit 190 zu 3 Stimmen bei 5 Enthaltungen abgelehnt, der Ständerat mit 44 zu 1 Stimmen ohne Enthaltungen.
Anwendung der Ventilklausel gegenüber Kroatien: Der Bundesrat nimmt Stellung
An seiner Sitzung vom 26. November 2025 hat der Bundesrat einen Grundsatzentscheid zur Ventilklausel gegenüber Kroatien gefällt. Sollte die Zuwanderung kroatischer Arbeitskräfte bis zum 31. Dezember 2025 einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, wird er die Ventilklausel einseitig anwenden. Für die Einreise arbeitswilliger Kroatinnen und Kroaten in die Schweiz könnten damit ab 2026 wieder Kontingente gelten.
19. November 2025
Bundesrat legt unveränderte Drittstaatenkontingente für 2026 fest
Die Schweizer Wirtschaft soll weiterhin die von ihr benötigten, qualifizierten Fachkräfte rekrutieren können. An seiner Sitzung vom 19. November 2025 hat der Bundesrat deshalb unveränderte Kontingente für erwerbstätige Drittstaatsangehörige, Dienstleistungserbringende aus der EU/EFTA und Staatsangehörige aus dem Vereinigten Königreich (UK) für das Jahr 2026 beschlossen. Die Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) wird entsprechend angepasst und tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.
25. Juni 2025
Der Bundesrat entscheidet über Massnahmen im Bereich Zuwanderung in den Arbeitsmarkt
Um das inländische Arbeitsmarktpotenzial noch besser auszuschöpfen, will der Bundesrat eine Meldepflicht an die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung schaffen für Personen, die im Familiennachzug in die Schweiz einreisen. Damit will er die berufliche Integration fördern. Optimiert werden soll zudem die Bewilligungserteilung im Personalverleih, um unberechtigte Aufenthaltsansprüche und Sozialleistungsbezüge zu verhindern. Das hat der Bundesrat am 25. Juni 2025 im Rahmen der Begleitmassnahmen zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» entschieden. Die beschlossenen Massnahmen im Zuständigkeitsbereich des Staatssekretariats für Migration (SEM) betreffen das Handlungsfeld «Zuwanderung in den Arbeitsmarkt».
14. Mai 2025
Bundesrat definiert Kriterien für Anwendung der Schutzklausel
Nachdem der Bundesrat die Schutzklausel in den Verhandlungen mit der EU konkretisiert hatte, nahm er am 14. Mai 2025 deren inländische Umsetzung zur Kenntnis. Er muss die Auslösung der Schutzklausel im Personenfreizügigkeitsabkommen (FZA) prüfen und geeignete Schutzmassnahmen vorschlagen, wenn etwa die Nettozuwanderung, die Arbeitslosigkeit oder der Sozialhilfebezug gewisse Schwellenwerte überschreiten. Zudem kann der Bundesrat die Auslösung der Schutzklausel prüfen, wenn weitere Indikatoren darauf hindeuten, dass die Personenfreizügigkeit mit der EU zu schwerwiegenden wirtschaftlichen oder sozialen Problemen in der Schweiz führen. Diese inländische Umsetzung der Schutzklausel soll in die Vernehmlassungsvorlage für das Gesamtpaket mit der EU aufgenommen werden.
29. Januar 2025
Der Bundesrat will die Herausforderungen der Zuwanderung adressieren
Der Bundesrat lehnt die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz (Nachhaltigkeitsinitiative)» ab. Sie gefährdet den Wohlstand, die Wirtschaftsentwicklung und die Sicherheit in der Schweiz. Der Bundesrat anerkennt jedoch, dass die Zuwanderung in die Schweiz und das Bevölkerungswachstum mit Herausforderungen verbunden sind. An seiner Sitzung vom 29. Januar 2025 hat der Bundesrat deshalb Begleitmassnahmen bei der Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, im Wohnungswesen sowie im Asylbereich beschlossen.
10. Juni 2017
Bundesrätin Sommaruga zu Gast bei der Samstagsrundschau zum Thema Migration
Bundesrätin Sommaruga spricht in der Samstagsrundschau von Radio SRF über tiefe Asylzahlen, die Schwierigkeit von Prognosen und über die grosse Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit.
18. Februar 2017
Europapolitik: Rein in die Sackgasse?
Radio SRF1, Samstagsrundschau: "Simonetta Sommaruga dirigiert die Zuwanderungs-Politik des Bundesrats und steht in der Kritik: Der Gegenvorschlag zur Rasa-Initiative verkommt zur Alibi-Übung. Und in Brüssel bleibt der Druck auf die Schweiz hoch – trotz der äussert sanften Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative."
7. Februar 2017
MEI – Drei Jahre nach der Abstimmung
Vor drei Jahren sagte die Schweizer Stimmbevölkerung Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative. Bundesrätin Sommaruga im Gespräch mit der Tagesschau. Sie hält fest: "Die Initiative verlangte fixe Höchstzahlen für europäische Arbeitskräfte, gleichzeitig aber die Fortführung des bilaterale Wegs – und das ging nicht zusammen." In diesem Dilemma habe das Parlament einen Entscheid für den bilateralen Weg gesetzt. Mit dem Gesetz, das es verabschiedet habe, werde ein Kernanliegen der Initiative aufgenommen (in Branchen mit einer hohen Arbeitslosigkeit müssen die Arbeitgeber zuerst im Inland nach einem geeigneten Kandidaten für eine frei gewordene Stelle suchen).
Aber es gebe weiteren europapolitischen Klärungsbedarf. Dabei werde die Bevölkerung wie bisher das letzte Wort haben: Ob bei einem allfälligen Referendum gegen das Umsetzungs-Gesetz, bei der Rasa-Initiative und dem Gegenentwurf oder auch bei der angekündigten Kündigungsinitiative.
12. Januar 2017
Sommaruga: "Wer so Stimmung macht, dem fehlt es an Argumenten"
Aargauer Zeitung: "Simonetta Sommaruga erklärt, warum die Burka nichts mit der Einbürgerung der Enkelgeneration zu tun hat."
29. Dezember 2016
"Das lassen wir uns nicht gefallen"
Simonetta Sommaruga ist als Bundesrätin für die zwei Dossiers verantwortlich, welche die Schweiz im vergangenen Jahr am stärksten beschäftigt haben: Die Ausländer- und die Europapolitik. Ein Gespräch über Terrorangst, vergebliche Verhandlungen mit der EU – und die Grossmachtsfantasien der SVP