Differenzierte Anforderungen an die Qualitätssicherung in Revisionsunternehmen

Medienmitteilungen, Der Bundesrat, 14.11.2012

Bern. Das Zulassungsverfahren für Revisionsunternehmen wird modernisiert. Gleichzeitig werden die Vorgaben an die interne Qualitätssicherung nach der Grösse der revidierten Unternehmen differenziert. Der Bundesrat hat am Mittwoch die entsprechenden Änderungen der Revisionsaufsichtsverordnung auf den 1. Dezember 2012 in Kraft gesetzt.

Die Zulassung von Revisionsunternehmen ist von Gesetzes wegen auf fünf Jahre beschränkt. Ende März 2013 werden die ersten von rund 3‘600 Zulassungen zur Erneuerung fällig. Die Eidg. Revisionsaufsichtsbehörde (RAB) minimiert den jeweiligen Aufwand durch ein modernisiertes Zulassungsportal, das voraussichtlich im Februar 2013 aufgeschaltet wird. Mit dem neuen Zulassungssystem ist auch eine Anpassung der rechtlichen Grundlagen in der Revisionsaufsichtsverordnung (RAV) verbunden. Gleichzeitig sollen verschiedene weitere Änderungen für mehr Klarheit, Effizienz und Flexibilität in der Rechtsanwendung sorgen.

Differenzierung auch in den Übergangsfristen

Revisionsunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, die Qualität ihrer Arbeit durch ein System interner Massnahmen sicherzustellen. Unternehmen, in denen nur eine zugelassene Fachperson aktiv ist, sind nach dem geltenden Recht noch bis zum 1. September 2013 von dieser Pflicht befreit. Die Frage nach dem Stellenwert der Qualitätssicherung ist infolge der neuen Schwellenwerte differenziert zu beantworten. Die Schwellenwerte, welche die weniger strenge eingeschränkte Revision (sog. "KMU-Revision") von der ordentlichen Revision abgrenzen, sind auf den 1. Januar 2012 markant von 10 Millionen Franken Bilanzsumme, 20 Millionen Franken Umsatzerlös und 50 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt auf 20 Millionen, 40 Millionen bzw. 250 Stellen erhöht worden.

Abstriche bei der internen Qualitätssicherung sind oberhalb der Schwellenwerte mit Blick auf die Grösse und die Komplexität der Revisionsmandate sowie die wirtschaftliche Bedeutung der revidierten Unternehmen sachlich nicht mehr gerechtfertigt. Aus diesem Grund müssen Revisionsunternehmen, die ordentlich revidieren, bis spätestens am 15. Dezember 2013 über eine interne Qualitätssicherung nach den Vorgaben des Berufsstandes verfügen. Der Termin fällt mit dem Inkrafttreten des entsprechend modernisierten Berufsrechts der Treuhand-Kammer zusammen.

Revisionsunternehmen, in denen nur eine zugelassene Fachperson aktiv ist und die nur eingeschränkt revidieren, bleiben weiterhin von der Pflicht zur Qualitätssicherung befreit. Der Gesetzgeber wird in der Zwischenzeit über die Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für ein Peer Review-System bzw. die Abschaffung der Pflicht für eingeschränkt revidierende Unternehmen entscheiden müssen. Eine entsprechende Vorlage wird voraussichtlich im November 2012 in die Vernehmlassung geschickt. Die erwähnte Befreiung von der internen Qualitätssicherung wird daher bis zum 1. September 2016 verlängert.

Mehr Markt

Im Weiteren soll künftig der Markt entscheiden, ob er auf eine interne bzw. eine externe Qualitätssicherung Wert legt. Die erforderliche Transparenz wird durch eine Ergänzung des öffentlichen Revisorenregisters geschaffen. Künftig kann sich jeder Interessierte darüber informieren, auf welche Weise ein Revisionsunternehmen die Qualität seiner Arbeit sicherstellt. Die revidierten Unternehmen können damit ihre Revisionsstelle gezielter auswählen.

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