Alt Ständerat Hansruedi Stadler wird Delegierter für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen

Medienmitteilungen, EJPD, 19.12.2012

Bern. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat alt Ständerat Hansruedi Stadler zum Delegierten für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen ernannt. Der 59-jährige CVP-Politiker aus dem Kanton Uri übernimmt die Aufgabe der Koordination der Anliegen der Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Am 11. April 2013 soll ein Gedenkanlass stattfinden.

Bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus wurden in der Schweiz zahlreiche Kinder aus armen Familien an Bauernbetriebe verdingt. Dahinter stand zumeist die wohlgemeinte Absicht, die Fremdplatzierung der Kinder in einem landwirtschaftlichen Betrieb garantiere eine bessere Versorgung des Kindes mit genügend Essen. Viele der Verdingkinder mussten allerdings unter prekären Verhältnissen hart arbeiten.

Gedenkanlass für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen

Der Bundesrat will zur Aufarbeitung dieses Kapitels der Schweizer Geschichte beitragen. Das Schicksal der Verdingkinder lässt sich jedoch nicht von jenem weiterer Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen trennen. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement EJPD wird sich deshalb am 11. April 2013 an einem Gedenkanlass für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen beteiligen. Zusammen mit Kantons- und Gemeindevertretern, diversen Organisationen und Vertretern von Betroffenen, aber auch mit den Landeskirchen und dem Schweizerischen Bauernverband werden zurzeit die Einzelheiten für diesen Anlass vorbereitet.

Delegierter koordiniert alle Aktivitäten

Die Aufarbeitung der Geschichte der Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen ist komplex und wirft zahlreiche historische und juristische Fragen auf. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat deshalb alt Ständerat Hansruedi Stadler zum Delegierten für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen ernannt. Er wird auch nach dem Gedenkanlass die Ansprechperson für die Betroffenen sein und ihre Anliegen koordinieren. Seine Aufgabe ist es, zwischen den Wünschen der Betroffenen, den Bedürfnissen von Kantonen und Gemeinden und den Möglichkeiten des Bundes zu vermitteln.

Forschungsauftrag als Grundlage für die historische Aufarbeitung

Die Thematik ist bis heute nicht gesamtschweizerisch aufgearbeitet worden. Das EJPD hat deshalb im September 2012 einen Forschungsauftrag erteilt, um einen Überblick über die bestehende Forschung zu erhalten. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für eine spätere historische Aufarbeitung dienen.

nach oben Letzte Änderung 19.12.2012

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