Markanter Anstieg der KOBIK-Verdachtsmeldungen im Bereich Wirtschaftsdelikte

Medienmitteilungen, fedpol, 23.04.2013

Bern. Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) beim Bundesamt für Polizei (fedpol) hat 2012 markant mehr Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Insgesamt sind bei KOBIK 8241 Meldungen eingegangen. Das entspricht einer Zunahme von 55% gegenüber dem Vorjahr. Erstmals gingen mehr Meldungen zu Wirtschaftsdelikten als zu verbotener Pornografie ein.

Die Meldungen, welche KOBIK über das Meldeformular erreichen, sind vielseitig und in der Regel von guter Qualität. Über 80% der Meldungen (6‘639 Meldungen), die 2012 eingingen, wiesen eine strafrechtliche Relevanz auf. Die gemeldeten Delikte sind insbesondere verbotene Pornografie mit Kindern, Betrug, Phishing, SPAM oder Datenbeschädigung.

Viele Phishing- und Betrugsopfer in der Schweiz

Bereits in den vergangenen Jahren konnte eine stetige Zunahme der Meldungen zu strafbaren Handlungen gegen das Vermögen festgestellt werden. 2012 wurden nun mit insgesamt 3‘260 erstmals mehr Meldungen zu dieser Kategorie über das Online-Meldeformular abgesetzt, als zu strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität mit einem Total von 3‘083 Meldungen.

Mit insgesamt 1‘770 Meldungen steht dabei der Bereich «Betrug» an der Spitze der strafbaren Handlungen gegen das Vermögen. Ein Grossteil der Meldungen betraf betrügerische Angebote auf Kleinanzeigen- und Versteigerungsplattformen. Dabei wurde in mehreren Fällen Personen mittels einer Vorschusszahlung Geld ohne anschliessende Lieferung der angepriesenen Waren/Dienstleistungen abgenommen.

Insgesamt 8% der eingegangen Meldungen waren Hinweise zu Versuchen, an sensible Daten von Kunden zu gelangen, sogenannte Phishing-Versuche. Dies geschah in der Regel mittels gefälschten E-Mails oder Telefonaten. Gefragte Daten waren beispielsweise Kreditkartennummern, Bankkontonummern, Zugangsdaten zu E-Mail-Accounts und E-Banking-Informationen.

Erneuter Anstieg von Meldungen zu Kinderpornografie

Der prozentuale Anteil der Meldungen im Bereich der «Strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität» ist im Berichtsjahr ebenfalls wiederum leicht angestiegen. Der Grossteil der Meldungen betraf dabei den Vertrieb von verbotener Pornografie mit Kindern über vereinzelte Webseiten mit Sitz im Ausland. Die strafbaren Seiten wurden von KOBIK den zuständigen, meist ausländischen, Strafverfolgungsbehörden zwecks Löschung übermittelt.

Zusätzlich wurde KOBIK in über 300 Fällen auf Seiten mit pornografischen Inhalten aufmerksam gemacht, deren Jugendschutz nach Ansicht des Meldungserstellers ungenügend war.

Aktive Bekämpfung der Pädokriminalität

KOBIK beschränkte sich auch im vergangenen Jahr nicht nur auf die Entgegennahme und Bearbeitung von Meldungen aus der Bevölkerung. Mit verdachtsunabhängigen Recherchen im Internet ist KOBIK nach wie vor in weniger zugänglichen Internetbereichen präsent. Aufgrund der aktiven Recherchen konnten 2012 insgesamt 450 Verdachtsdossiers erstellt werden. Dies entspricht einer Verdoppelung der Fälle gegenüber dem Vorjahr.

Die Mehrheit der Verdachtsdossiers resultierte aus der Überwachung von P2P-Netzwerken. Durch das aktive Monitoring gelang es, 417 Personen zu identifizieren, die aktiv am Austausch von Kinderpornografie auf P2P-Netzwerken beteiligt waren. In 98% der Fälle führten diese Ermittlungen zu Hausdurchsuchungen durch die kantonalen Strafverfolgungsbehörden.

Gestützt auf die Schwyzer Polizeiverordnung wurden KOBIK-Mitarbeitende 2012 zudem in 33 Fällen als verdeckte Vorermittler gegen pädokriminelle Täter in Chats, Online-Plattformen oder privaten P2P Tauschbörsen tätig.

nach oben Letzte Änderung 23.04.2013

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