Verbot in der Schweiz reicht nicht

Interviews, EJPD, 29.12.2002. Sonntagsblick, Beat Kraushaar

Die geklonte Eva schockiert die ganze Welt. In scharfen Worten verurteilt auch Bundesrätin Ruth Metzler das "skrupellose Experiment" mit menschlichem Leben.

Was sagen Sie zur Geburt des angeblichen Klonhabys?
Diese Entwicklung ist erschreckend und macht mir Angst.

Als Justizministerin sind Sie ja für das Embryonenforschungsgesetz zuständig. Wird darin das Klonen von Menschen ausgeschlossen?
In der Schweiz ist das Klonen von Menschen verfassungsmässig verboten. Und das wird auch so bleiben.

Was macht Sie da so sicher?
Zum einen der gesunde Menschenverstand. Zum andern sind wir daran, das europäische Übereinkommen über Menschenrechte und Biomedizin sowie das Zusatzprotokoll über das Verbot des Klonens menschlicher Lebewesen zu ratifizieren.

Genügt das, um Wissenschafter vom menschlichen Klonen abzuhalten?
Nein, das Verbot in der Schweiz und die Ratifizierung genügen nicht. Klonen muss zwingend von allen Ländern weltweit verboten werden. Diese ethische Debatte, in der es um das menschliche Leben selbst geht, muss auf internationaler Ebene seriös und streng geführt werden.

Und Sie glauben, die Wissenschafter würden sich an solch ein weltweites Klonverbot halten?
Wenn die Wissenschaft glaubwürdig bleiben will, muss sie solch skrupellose Experimente mit menschlichem Leben unter ihresgleichen unterbinden.

nach oben Letzte Änderung 29.12.2002