Kurzansprache Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold am Ranfttreffen vom 21./22.12.02, Flüeli-Ranft

Reden, EJPD, 21.12.2002. Es gilt das gesprochene Wort

Eigentlich ist es fast unglaublich, dass wir heute bereits zum 27. Ranfttreffen zusammenkommen. Heute, wo alles so schnelllebig ist! Aber das Ranfttreffen hat Bestand.

Es ist für mich heute und hier ein ganz besonderer Moment. Ich spüre die gleichen Grundhoffnungen und Wünsche, die ich und meine Kolleginnen und Kollegen damals hatten, als wir selber am Ranfttreffen waren. Und vor allem spüre ich den Geist des Ranfts, der gleich geblieben ist. Ich hatte sehr gute Worksshops und Dialoge vorhin miterlebt, sehr lebendig und sehr anregend.

Ich bin hier, weil mich sehr viele gute uns schöne Erinnerungen an diesen Anlass binden und Weil es mir gut tut, gerade in diesen turbulenten Zeiten. Wenn ich dieses Lichtermeer sehe, kommen mir die schönen Erinnerungen wieder, als ich selber am Ranfttreffen teilgenommen habe. Ich errinnere mich noch, wie wir jeweils in der Kälte standen, frierend, aber tief beeindruckt von der Spiritualität dieses Anlasses, tief beeindruckt von diesem speziellen Ranftgeist. Es ist für mich wichtig, dass ich mit euch an diesem Anlass zusammen bin. Und ich danke den Organisatoren, dass sie mich eingeladen haben.

Heute ist 4. Adentssonntag. In wenigen Tagen ist das Weihnachtsfest. Weihnachten ist eine sehr emotionale Zeit. Es ist eine freudige Zeit, aber es ist auch eine besinnliche Zeit, eine Zeit, Zeit, in der wir uns darauf besinnen, welche Werte wir in unserem Leben, unserem Denken und Handeln zugrunde legen, eine Zeit der Besinnung auf die wahren christlichen Werte der Toleranz, der Mitverantwortung und der Solidarität.

Es ist für mich immer wieder ein tief greifender Anlass. Aber wir müssen das auch im Alltag schaffen. Wir wissen ja, dass das auch in der Schweiz heute nicht mehr so ganz selbstverständlich ist. Auch ihr sollt in der heutigen Realität bestehen. Helft uns, mitzuwirken an dem heutigen Zeichen. Tragt diesen Ranftgeist weiter, es soll ein Aufbruch sein. Denn auch für euch kommt wieder der Alltag. Da lohnt es sich, sie immer wieder zu besinnen auf den Geist des Ranftes, darauf, was wir gemeinsam in dieser Nacht erleben.

Ich wünsche mir, dass ihr die Offenheit, die Dialogbereitschaft, die ihr in Workshops und im Gespräch mit mir vorhin gezeigt haben, nach aussen trägt, dass ihr mithelft, dass bei allen Entscheidungen der Mensch im Mittelpunkt steht, dass nicht aus Mut-losigkeit geschwiegen wird.

Das ist auch mein Credo für meine Arbeit: Den Mensch in den Mittelpunkt stellen, den Aufgaben nicht aus dem Weg gehen, auch wenn es nicht immer populäre Entscheide zu fällen gibt. Und vorhin, in der Diskussion mit euch, habe ich gespürt, dass hier der Wille für ein solches Engagement auch vorhanden ist. Das freut mich sehr und dafür danke ich euch!

Ich bin zurückgekommen in den Flüeli-Ranft. Und ich möchte euch allen danken, dass ihr hierher gekommen seid. In meinen Dank schliesse ich auch die Organisatoren ein, die dieses Treffen Jahr für Jahr möglich machen. Diese Nacht soll uns allen Kraft geben. Ich werde von dieser Nacht zehren.

Ich wünsche euch allen besinnliche Weihnachtstage und dass eure Hoffnungen und Wünsche in Erfüllung gehen!

nach oben Letzte Änderung 21.12.2002