Eidgenössische Volksinitiative '6 Wochen Ferien für alle'
Volksabstimmung vom 11. März 2012
Die Volksinitiative "6 Wochen Ferien für alle" will, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf mindestens sechs Wochen bezahlte Ferien pro Jahr erhalten. Bundesrat und Parlament empfehlen, die Initiative abzulehnen.
Längere Ferienabwesenheiten müssen in den Betrieben irgendwie aufgefangen werden: Entweder stellen die Unternehmen zusätzliches Personal ein, oder die Angestellten müssen ihre Arbeit in kürzerer Zeit verrichten. Der Initiativtext geht auf diese Frage nicht ein. Es bleibt offen, wer nach einer Annahme der Initiative die Mehrbelastung zu tragen hätte, die Arbeitgeber oder die Arbeitnehmenden. Die Initiative bietet also keine Gewähr für eine Entlastung der Arbeitnehmenden, kann umgekehrt aber den Werkplatz Schweiz mit höheren Lohnkosten belasten.
Der Bundesrat ist sich durchaus bewusst, dass nur erholte und gesunde Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gute Leistungen erbringen können. Er begrüsst daher Regelungen, die Erholung und Wohlbefinden gewährleisten. Die bisherige gesetzliche Regelung des Ferienanspruchs hat sich seiner Ansicht nach bewährt hat. Sie lässt den Vertragsparteien und Sozialpartnern genügend Spielraum für eine flexible Festlegung der Arbeitsbedingungen, zu denen nicht nur die Ferien gehören, sondern auch Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzungen oder andere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen wie Teilzeitstellen, Flexibilisierung der Arbeitszeit oder Einrichtungen für die Kinderbetreuung. Bei einer Annahme der Initiative würde sich der finanzielle Spielraum für solche Massnahmen verengen.
Aus all diesen Überlegungen empfehlen Bundesrat und Parlament ein Nein zur Volksinitiative "6 Wochen Ferien für alle".
Weitere Informationen
- Erläuterungen des Bundesrats (Abstimmungsbüchlein)
- Themenseite: Volksinitiative "6 Wochen Ferien für alle"
Dokumentation
- Chronologie: Eidgenössische Volksinitiative "6 Wochen Ferien für alle"
- Botschaft des Bundesrates vom 18. Juni 2010 (BBl 2010 4671)
- Parlamentarische Beratungen
- Bundesbeschluss über die Volksinitiative vom 17. Juni 2011 (BBl 2011 4823)
Medienkonferenz vom 11. März 2012
11. März 2012
Ablehnung der Volksinitiative "6 Wochen Ferien für alle": Statement von Bundesrätin Simonetta Sommaruga
Es gilt das gesprochene Wort.
Medienkonferenz vom 17. Januar 2012
17. Januar 2012
Abstimmung vom 11. März 2012: Nein zur Ferieninitiative, Ja zur Regelung der Geldspiele
Bundesrat und Parlament empfehlen die Volksinitiative "6 Wochen Ferien für alle" zur Ablehnung. Zum "Bundesbeschluss über die Regelung der Geldspiele zugunsten gemeinnütziger Zwecke" empfehlen sie ein Ja. Bundesrätin Simonetta Sommaruga legte am Dienstag in Bern gemeinsam mit Vertretern der Kantone die Argumente zu diesen beiden Vorlagen der Volksabstimmung vom 11. März 2012 dar.
17. Januar 2012
Volksinitiative „6 Wochen Ferien für alle“
Medienkonferenz zur Abstimmungsvorlage, 17. Januar 2012. Referat von Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Es gilt das gesprochene Wort.