"Der Staat kann Gleichstellung im Alltag nicht verordnen"
27. August 2020: Schweizer Illustrierte, 50 Jahre Frauenstimmrecht - 50 Frauenstimmen
In der "Schweizer Illustrierten" äussert sich Bundesrätin Karin Keller-Sutter zum 50-jährigen Jubiläum des Frauenstimm- und Wahlrechts.
Am 2. September würdigen wir im Nationalratssaal offiziell den jahrzehntelangen Kampf unzähliger Frauen für die politische Gleichberechtigung der Schweizer Bürger und Bürgerinnen – und damit für eine vollständige Demokratie. Vor 50 Jahren endete dieser Kampf zumindest auf nationaler Ebene: Am 7. Februar 1971 stimmten die Schweizer Männer der Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen mit zwei Dritteln der Stimmen zu.
Man könnte nun damit hadern, dass dieses fundamentale Bürgerrecht den Frauen so lange verweigert worden war. Oder man feiert die Erfolge, die seither erzielt wurden. Zum Beispiel, dass heute an den Universitäten mehr Frauen studieren als Männer, selbst in einstigen «Männerdomänen» wie der Medizin. Dass der Frauenanteil zumindest im Bundesrat und im Nationalrat bei über 40 Prozent liegt – höher als in manchem Land, das das Frauenstimmrecht früher eingeführt hatte. Oder dass der Frauenanteil auch in den Geschäftsleitungen und den Verwaltungsräten der grössten Schweizer Firmen steigt, auf relativ tiefem Niveau zwar, aber der Trend geht klar nach oben.
Es wäre falsch, das Erreichte kleinzureden. Natürlich kann man sich nicht darauf ausruhen. Demokratie- und gleichstellungspolitische Errungenschaften müssen gepflegt werden. Und natürlich kann und muss man noch mehr tun. Ich denke vor allem an die Bekämpfung von sexueller und häuslicher Gewalt, die Frauen überdurchschnittlich betrifft. Aber auch an die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hier hat auch der Staat eine Rolle, aber er kann Gleichstellung im Alltag nicht verordnen. Dafür braucht es den Beitrag der Wirtschaft und jedes Einzelnen, von Frauen und Männern gemeinsam, gerade auch im privaten Umfeld, am Arbeitsplatz.
Man hüte sich dabei vor dem falschen Ideal, es müssten Frauen und Männer überall zu je 50 Prozent vertreten sein. Es wäre ein Rückschritt, wenn nur noch das Geschlecht zählen würde – just dagegen hatten viele Frauen vor über 50 Jahren gekämpft. Und meine Erfahrung als Vorgesetzte zeigt: Berücksichtigt man in erster Linie die Kompetenz und ermöglicht flexible Arbeitsformen, sind sowohl Männer wie Frauen im Boot!
Weitere Infos
50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht Am 7. Februar 1971 beschloss das damals noch ausschliesslich aus Männern bestehende Stimmvolk die Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts auf eidgenössischer Ebene. Die politische Gleichstellung der Frauen jährt sich dieses Jahr zum fünfzigsten Mal. Um das staatspolitisch bedeutsame Ereignis zu würdigen, hat das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) am 2. September die offizielle Feier im Parlamentsgebäude in Bern organisiert.
29. Juni 2026
Gleichstellung von Frau und Mann: Festanlass zum Jubiläum
Vor 30 Jahren ist das Gleichstellungsgesetz (GlG) in Kraft getreten. Auf Einladung von Justizminister Beat Jans und in Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung hat am 29. Juni 2026 in Bern ein Festanlass stattgefunden. Die Rednerinnen und Redner würdigten die Errungenschaften des GlG, machten aber deutlich, dass das Ziel der Gleichstellung von Frau und Mann im Erwerbsleben und in der Gesellschaft noch nicht erreicht ist.
12. Dezember 2025
Bundesrat lehnt Volksinitiative «Asylmissbrauch stoppen! (Grenzschutzinitiative)» ab
Nach Ansicht des Bundesrats wäre die Volksinitiative «Asylmissbrauch stoppen! (Grenzschutzinitiative)» nur schwer umsetzbar. Die Initiative würde hohe Kosten sowie erhebliche Belastungen für Bund und Kantone und die Grenzregion verursachen. Zudem könnte bei einem Wegfall von Schengen/Dublin die Sekundärmigration zunehmen und die innere Sicherheit geschwächt werden. Der Bundesrat will dem Parlament die Initiative daher ohne direkten Gegenentwurf und ohne indirekten Gegenvorschlag zur Ablehnung empfehlen. Das hat er an seiner Sitzung vom 12. Dezember 2025 entschieden.
26. November 2025
Bundesrat lehnt «Kompass-Initiative» ab
Der Bundesrat wird dem Parlament die «Kompass-Initiative» ohne direkten Gegenentwurf und ohne indirekten Gegenvorschlag zur Ablehnung empfehlen. Dies hat er an seiner Sitzung vom 26. November 2025 entschieden. Sowohl die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger als auch das Parlament haben das Kernanliegen der Volksinitiative, das obligatorische Staatsvertragsreferendum auszuweiten, in der Vergangenheit mehrfach abgelehnt.
7. März 2025
Zwischenbilanz zeigt: Analyse zur Lohngleichheit wird ungenügend durchgeführt
Mehr als die Hälfte der Unternehmen erfüllt ihre Pflicht zur Durchführung einer Lohngleichheitsanalyse nicht. Dies zeigt ein Bericht des Bundesamts für Justiz (BJ), den der Bundesrat an seiner Sitzung vom 7. März 2025 zur Kenntnis genommen hat. Er will deshalb das Gleichstellungsgesetz (GlG) bereits bis Ende 2027 auf seine Wirksamkeit überprüfen.
26. Juni 2024
Schweiz–EU: Der Bundesrat nimmt eine Standortbestimmung zu den laufenden Verhandlungen vor
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 26. Juni 2024 eine Standortbestimmung zu den Verhandlungen mit der EU und zu den Arbeiten im Hinblick auf die interne Umsetzung des Pakets vorgenommen, das die Stabilisierung und Weiterentwicklung des bilateralen Wegs zum Ziel hat. In einigen Bereichen wurden konkrete Fortschritte erzielt, in anderen, etwa bei der Zuwanderung und beim Lohnschutz, stimmen die Positionen noch zu wenig überein. Die parallel laufenden Gespräche zu Schlüsselthemen mit den Interessengruppen in der Schweiz werden weitergeführt.
2. September 2021
"Der 7. Februar 1971 ist die Geburtsstunde der ganzen Demokratie"
Offizielle Feier zu 50 Jahren Frauenstimmrecht in Bern; Bundesrätin Karin Keller-Sutter - es gilt das gesprochene Wort
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Föderalismus: Förderer und Bremser bei der Einführung des Frauenstimmrechts
Nationale Föderalismuskonferenz, Basel; Bundesrätin Karin Keller-Sutter - es gilt das gesprochene Wort
30. März 2019
WomanOst
Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Es gilt das gesprochene Wort.
2. Mai 2022
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Interview, 2. Mai 2022: Blick; Sermîn Faki
29. August 2021
"La Suisse n’est devenue une démocratie complète qu’au moment de l’introduction du suffrage féminin, en 1971."
29. August 2021: Le Matin Dimanche, Femina; Géraldine Savary
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"Der Staat kann Gleichstellung im Alltag nicht verordnen"
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"Wir können alles sein, wenn wir wollen"
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