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Veröffentlicht am 21. März 2025

Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» gefährdet Wohlstand, Sicherheit und Stabilität der Schweiz

Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» verlangt, dass bis zum Jahr 2050 nicht mehr als 10 Millionen Menschen ständig in der Schweiz leben. Um dies zu erreichen, fordert sie starre Obergrenzen und notfalls die Kündigung völkerrechtlicher Verträge. Diese Forderungen bringen grosse Unsicherheit und gefährden die Stabilität der Schweiz. Die Initiative schadet der Wirtschaft, bedroht die innere Sicherheit und stellt den bewährten bilateralen Weg mit der EU sowie die humanitäre Tradition der Schweiz in Frage. Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative daher ohne direkten Gegenentwurf und ohne indirekten Gegenvorschlag ab.

Unsicherheit in unsicheren Zeiten

Die Initiative gefährdet den bilateralen Weg mit der EU in einer unsicheren Zeit. Der Bundesrat sieht darin ein grosses Risiko. Die EU ist die wichtigste politische und wirtschaftliche Partnerin der Schweiz. Stabile Beziehungen zur EU sind gerade in unsicheren Zeiten besonders wichtig. Deshalb will der Bundesrat den bilateralen Weg mit neuen Abkommen stabilisieren und weiterentwickeln und so den Wohlstand langfristig sichern.

Gefährdung von Wohlstand und Arbeitsplätzen

Die Initiative schadet dem Wohlstand der Schweiz. Schweizer Unternehmen sind auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Ohne die Personenfreizügigkeit könnten sie nicht mehr unbürokratisch Personal aus dem EU-Raum einstellen. Darunter würden die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die wirtschaftliche Entwicklung leiden. Analysen zeigen, dass der Schweizer Wirtschaft Erträge in Milliardenhöhe entgehen würden und der Bevölkerung weniger Geld zur Verfügung stünde, wenn die Bilateralen I wegfallen.

Versorgung im Gesundheitswesen bedroht

Die starren Vorgaben der Initiative gefährden das Funktionieren der Gesellschaft. Bereits heute ist die Zahl derjenigen Menschen, die in Rente gehen, höher als die Zahl derjenigen, die neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Ohne Zuwanderung könnten in zehn Jahren mehrere hunderttausend Arbeitskräfte fehlen. Insbesondere Spitäler und Pflegeheime sind auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Bei einer Annahme der Initiative könnten sie alte und kranke Menschen nicht mehr so wie heute behandeln und pflegen. Auch andere Branchen, wie beispielsweise der Bau, stünden vor grossen Problemen, was negative Konsequenzen für den Unterhalt der Infrastrukturen hätte.

Weniger Sicherheit und mehr Asylgesuche

Die Initiative würde den Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus erschweren. Mit einer Kündigung der Personenfreizügigkeit stünde auch die Beteiligung der Schweiz am Schengen-Abkommen in Frage. Polizei und Grenzschutz hätten keinen Zugriff mehr auf die europäischen Sicherheits- und Fahndungsdatenbanken. Die Schweiz müsste auch mit mehr Asylgesuchen rechnen, da das Dublin-Abkommen ebenfalls wegfallen dürfte. Asylsuchende, die in einem EU-Staat abgewiesen wurden, könnten in der Schweiz ein neues Gesuch stellen. Gleichzeitig könnte die Schweiz niemanden mehr in andere europäische Staaten überstellen. Dies würde zu jährlichen Mehrkosten von mehreren hundert Millionen Franken führen.

Isolation und Gefährdung der humanitären Tradition

Die Initiative verlangt, dass die Schweiz sich gegen bestehende völkerrechtliche Verträge stellt. Dies würde dazu führen, dass sie Abkommen im Bereich der Menschenrechte neu verhandeln oder kündigen müsste. Das könnte etwa die Europäische Menschenrechtskonvention, die Genfer Flüchtlingskonvention oder die UNO-Kinderrechtskonvention betreffen. Damit würde sich die Schweiz international isolieren und ihre Glaubwürdigkeit sowie ihre humanitäre Tradition gefährden.

Bundesrat setzt auf Lösungen statt auf Kündigung

Die Initiative schafft Probleme und liefert keine Lösungen. Der Bundesrat nimmt die Herausforderungen des Bevölkerungswachstums ernst, setzt aber auf gezielte Massnahmen:

Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)»

Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» verlangt, dass bis 2050 nicht mehr als 10 Millionen Menschen ständig in der Schweiz leben. Überschreitet die ständige Wohnbevölkerung vor dem Jahr 2050 9,5 Millionen Personen, so müssen Bundesrat und Parlament insbesondere im Asylbereich und beim Familiennachzug Massnahmen ergreifen. Der Bundesrat muss zudem bei internationalen Abkommen, die zum Bevölkerungswachstum beitragen, Ausnahmebestimmungen und Schutzklauseln anrufen oder aushandeln. Bei Überschreiten der 10-Millionen-Grenze vor 2050 muss die Schweiz diese Abkommen kündigen. Dies gilt nach zwei Jahren namentlich auch für das Abkommen über den freien Personenverkehr mit der EU. Dadurch fallen die anderen sechs Verträge der Bilateralen I mit der EU weg. Die Beteiligung der Schweiz an den Schengen- und Dublin-Abkommen der EU wäre infrage gestellt.

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