Intervista, 20 maggio 2022: SRF News; Eliane Leiser
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SRF News: "Rund drei Monate nach Beginn des Krieges in der Ukraine zieht Justizministerin Karin Keller-Sutter ein positives erstes Fazit zur Aufnahme von Geflüchteten. Dennoch gibt es offene Fragen."
SRF News: Bis jetzt konnten die Behörden stark von der Solidarität in der Bevölkerung profitieren. Gut die Hälfte der Geflüchteten ist privat untergebracht. Solidarität kann aber bröckeln – ist das nicht ein Risiko? Karin Keller-Sutter: Hier muss man aufpassen, das habe ich von Beginn weg gesagt. Es besteht das Risiko, dass man diesen Krieg etwas vergisst, sobald er ein wenig aus den Medien verschwindet. Ich habe den ehemaligen Kommandanten der Kantonspolizei Zürich, Thomas Würgler, eingesetzt, um mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) mittel- und langfristige Szenarien zu entwickeln. Dies geschieht im Wissen, dass sie unter Umständen nicht eintreten werden.
Die SVP möchte, dass der Schutzstatus möglichst bald nur noch an Personen aus umkämpften Gebieten vergeben wird. Wie stehen Sie dazu?
Die Ukraine ist im Krieg. Es gibt Gebiete, die sind stärker in den Medien, weil sie stärker umkämpft sind. Aber auch die Westukraine wird immer noch bombardiert. Ich lese jeden Tag das Bulletin des schweizerischen Nachrichtendienstes. Es gibt keinen westlichen Staat, der gestützt auf die Berichte des Nachrichtendienstes zur Einsicht gelangt ist, dass die Ukraine jetzt sicher oder zumindest in Teilen sicher sein könnte. Sie ist ein Land im Krieg und man weiss nicht, wie sich dieses Kriegsgeschehen entwickelt. Putin ist sehr unberechenbar. Man muss wissen, dass die Ukrainer visumfrei reisen können. Man könnte sie nicht an der Einreise in den Schengenraum hindern. Sie könnten auch ein Asylgesuch stellen. Und wenn man dazu kommen sollte, einen solchen Status auf Gebiete einzuschränken, muss das international koordiniert sein. Es kann nicht sein, dass die Schweiz entgegen der Beurteilung unseres eigenen Nachrichtendienstes als einziger Schengen-Staat zum Schluss kommt, die Westukraine sei sicher.
Wenn eine Kapazitätsgrenze in der Schweiz erreicht ist, ergibt es dann nicht Sinn, die am meisten bedrohten Leute aus der Ukraine aufzunehmen und diese Unterscheidung zu machen? Das ist hypothetisch, weil wir gar nicht zu 100 Prozent wissen, woher die Leute kommen. Und man kann auch nicht in einem Kriegsgebiet einfach eine Gemeindeverwaltung anrufen und fragen, ob sie eine Person kennen. Es braucht auf diplomatischer Ebene weitere Bestrebungen, dass dieser Krieg nicht weiter eskaliert. Es gibt schon viel zu viele Opfer. Frauen werden vergewaltigt, es gibt auch mutmasslich Kriegsverbrechen. Wir sollten uns nicht auseinanderdividieren lassen. Das stärkt nur Putin.
Flüchtlinge aus der Ukraine erhalten den Schutzstatus S, Flüchtlinge aus Syrien zum Beispiel nicht, obwohl auch sie aus einem Kriegsgebiet geflüchtet sind. Es gibt Berichte aus Asylunterkünften, dass es ziemlich brodelt. Zu Recht? Ich finde es nicht richtig, dass man Flüchtlinge gegeneinander ausspielt. Die Schweiz hat den Schutzstatus S zum ersten Mal aktiviert, weil es darum ging, wirklich eine grosse Gruppe von Geflüchteten aufzunehmen. Das Gesetz ist klar: Es geht um die kollektive Aufnahme von Menschen, die vom Krieg und Gewalt bedroht sind. Wir sprechen von einem Land in Europa, das sehr nahe bei uns ist; man musste damit rechnen, dass die Fluchtbewegung schnell ist. Man musste auch verhindern, dass das Asylsystem kollabiert.
Auf der anderen Seite basiert das Asylsystem – das normale System – darauf, dass man individuell Fluchtgründe geltend machen muss, weil man längerfristig in der Schweiz bleiben will. Man macht geltend, man ist an Leib und Leben bedroht und man will den Schutz der Schweiz, aber permanent. Das ist nicht das Gleiche. Der Schutzstatus S ist Rückkehr-orientiert und soll vorübergehend den Schutz vor Gewalt geben und nicht ein permanentes Bleiberecht in der Schweiz anstreben.
Aber wenn wir die Ereignisse in der Ukraine anschauen, dann ist klar, dass die Menschen weder morgen noch übermorgen zurückgehen können. Was gilt es denn jetzt schon zu tun, um gesellschaftliche Parallelstrukturen zu verhindern?
Es ist sicherlich wichtig, dass man die Rückkehrorientierung aufrechterhält, und das heisst auch die Arbeitsmarktfähigkeit. Es wäre also wünschenswert, wenn diese Personen arbeiten können. Ich habe aber keine Bedenken, dass es zu Parallelstrukturen kommt. Es sind vor allem Frauen und sie integrieren sich gut. Es ist auch eine Frage des Spracherwerbs, der zentral ist.
Info complementari
22 ottobre 2025
Il Consiglio federale promuove l’attività lucrativa dei titolari del permesso di protezione S
Il Consiglio federale intende promuovere l’attività lucrativa dei titolari del permesso di protezione S. A tal fine introduce alcuni agevolamenti amministrativi per i datori di lavoro e fa maggiormente leva sul contributo personale dei potenziali lavoratori in vista di accedere al mercato del lavoro. Nella seduta del 22 ottobre 2025 ha deciso di porre in vigore pertinenti modifiche a due ordinanze il 1° dicembre 2025.
22 ottobre 2025
Le persone del settore dell’asilo potranno viaggiare all’estero soltanto in via eccezionale
In futuro i richiedenti l’asilo, le persone ammesse provvisoriamente e quelle bisognose di protezione non potranno in linea di massima più viaggiare nel loro Paese di origine o di provenienza oppure in altri Stati. Secondo la volontà del Parlamento, la Segreteria di Stato della migrazione (SEM) potrà autorizzare tali viaggi soltanto in casi eccezionali. Le persone con statuto di protezione S provenienti dall’Ucraina sono escluse da questo divieto di massima. Nella seduta del 22 ottobre 2025 il Consiglio federale ha avviato la consultazione relativa alle corrispondenti modifiche d’ordinanza e a una regolamentazione speciale.
8 ottobre 2025
Nessuna revoca dello statuto di protezione S
Dal momento che continua a non prospettarsi una stabilizzazione duratura della situazione in Ucraina, nella seduta dell’8 ottobre 2025 il Consiglio federale ha deciso di non revocare prima del 4 marzo 2027 lo statuto S a favore delle persone bisognose di protezione provenienti dall’Ucraina. Ha inoltre prorogato fino a tale data anche le misure di sostegno per i titolari dello statuto di protezione S (programma S). In attuazione di una decisione del Parlamento, la Segreteria di Stato della migrazione (SEM) nel concedere la protezione provvisoria distingue ora tra regioni in cui il ritorno è considerato esigibile e regioni in cui non lo è.
25 giugno 2025
Adeguamento dello statuto di protezione S
In futuro lo statuto di protezione S sarà concesso soltanto alle persone provenienti da regioni ucraine in cui la vita e l’integrità fisica sono concretamente minacciate. Le persone con lo statuto S potranno inoltre soggiornare in Ucraina soltanto per 15 giorni per semestre. Il Consiglio federale intende così attuare tre interventi parlamentari e nella seduta del 25 giugno 2025 ha deciso di inviare queste proposte in consultazione.
28 maggio 2025
Il Consiglio federale intende migliorare ulteriormente l’integrazione delle persone con statuto S nel mercato del lavoro
Il Consiglio federale intende aumentare il numero di persone con statuto S che esercitano un’attività lucrativa. Per coloro che vivono in Svizzera da almeno tre anni intende conseguire un tasso d’occupazione del 50 per cento entro la fine del 2025. Attualmente, circa il 38 per cento di loro ha un impiego. I Cantoni che non raggiungeranno questo obiettivo dovranno adottare misure supplementari. Questo è quanto il Consiglio federale ha deciso nella seduta del 28 maggio 2025, rinunciando però a introdurre ulteriori incentivi finanziari sotto forma di un sistema di malus nella promozione dell’integrazione.
20 novembre 2022
Vom Willen zur Freiheit und Verantwortung
Discorso, 20 novembre 2022: Ustertag; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
1 agosto 2022
"Cultiver nos valeurs, et les défendre !"
Discorso, 1° agosto 2022: Moléson; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
2 giugno 2022
"Die Kunst des Imperfekten"
Discorso, 2 giugno 2022: Rheintaler Wirtschaftsforum; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
23 aprile 2022
«Demokratie ist keine Zwangsläufigkeit der Zivilisation»
Discorso, 23 aprile 2022: Assemblea generale della NZZ; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
11 marzo 2022
Aktivierung des Schutzstatus S für Menschen aus der Ukraine
Discorso, 11 marzo 2022: Conferenza stampa del Consiglio federale; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
11 ottobre 2022
"La migration est un sujet émotionnel qui peut être utilisé comme arme"
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16 settembre 2022
"Flüchtlinge und Migranten werden ausgenutzt, um Europa zu destabilisieren"
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12 luglio 2022
"Es können nicht alle Länder die gleiche Rolle spielen"
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8 luglio 2022
La Confédération se penche sur l'avenir du statut de protection S
Intervista, 7 luglio 2022: RTS, Forum; Mehmet Gultas
9 maggio 2022
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Intervista, 9 maggio 2022: Südostschweiz; Olivier Berger