Bundesrätin Keller-Sutter auf Arbeitsbesuch in Nigeria: Zehn Jahre erfolgreiche Migrationspartnerschaft

Bern, 23.03.2021 - Die Schweiz und Nigeria haben am Dienstag, 23. März 2021, das zehnjährige Bestehen ihrer Migrationspartnerschaft gewürdigt. Bundesrätin Karin Keller-Sutter und der Staatssekretär für humanitäre Angelegenheiten, Bashir Nura Alkali, haben bei einem Anlass in der nigerianischen Hauptstadt Abuja den Erfolg der bisherigen Zusammenarbeit im Migrationsbereich unterstrichen und zukünftige Projekte erörtert. Migrationspartnerschaften sind ein zentrales Element der schweizerischen Migrationsaussenpolitik.

Mit etwa 200 Millionen Einwohner ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Es spielt bei der Migration sowohl als Herkunfts-, als auch als Transit- und als Zielstaat eine zentrale Rolle. Nigeria war das erste afrikanische Land, mit dem die  Schweiz eine Migrationspartnerschaft eingegangen ist. In diesem Rahmen führen die beiden Staaten seit 2011 regelmässig Migrationsdialoge durch, um die vielfältigen Herausforderungen in diesem Bereich zu diskutieren und gemeinsam geeignete Massnahmen zu treffen.

Der Arbeitsbesuch der Vorsteherin des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) in Nigeria bot Gelegenheit, nach zehn Jahren Migrationspartnerschaft Bilanz zu ziehen. In Abuja würdigten Bundesrätin Keller-Sutter und Vertreterinnen und Vertreter der nigerianischen Regierung und von verschiedenen nichtregierungs- und internationalen Organisationen, die erzielten Erfolge.

Rückgang der Asylgesuche und funktionierende Rückkehrzusammenarbeit

Die Migrationspartnerschaft war 2011 in einem anspruchsvollen Kontext abgeschlossen worden. So war Nigeria 2010 das wichtigste Herkunftsland bei den Asylgesuchen in der Schweiz und die Zusammenarbeit im Rückkehrbereich gestaltete sich schwierig. Seither haben die Asygesuchszahlen deutlich abgenommen, im Jahr 2020 war Nigeria mit 172 Asylgesuchen noch an 12. Stelle der Liste der Herkunftsländer von Asylsuchenden in der Schweiz. Auch die operative Zusammenarbeit im Rückkehrbereich hat sich kontinuerlich verbessert und kann heute als hervorragend bezeichnet werden.

Bekämpfung von Menschenhandel

Im Rahmen der Migrationspartnerschaft wurden mehr als 50 Projekte durch verschiedene Verwaltungseinheiten des EJPD und des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) umgesetzt. Die Schwerpunkte der Projekte werden jeweils im Rahmen der jährlichen Migrationsdialoge definiert und entsprechen den Interessen beider Parteien. Lag der Fokus zu Beginn der Zusammenarbeit namentlich auf der Bekämpfung von Drogenhandel sowie dem Kapazitätsausbau der nigerianischen Immigrationsbehörde, stehen heute vermehrt Projekte zur Bekämpfung von Menschenhandel oder auch neue innovative Ansätze im Bereich der Reintegration von zurückgekehrten Personen im Vordergrund.

Bundesrätin Keller Sutter hat während ihres  Arbeitsbesuchs eine Wanderausstellung eröffnet, welche die nigerianische Bevölkerung für die Gefahren des Menschenhandels sensibilisieren soll. Dabei unterstrich sie die Bedeutung von wirksamer polizeilicher Zusammenarbeit, um Netzwerke des Menschenhandels zu zerschlagen und die Opfer bestmöglich zu schützen. Diese Ausstellung wurde im Rahmen der Migrationspartnerschaft initiiert und wird durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) umgesetzt. Der Menschenhandel ist ein schwerwiegendes Problem in Nigeria, insbesondere das Phänomen, dass die Opfer des Menschenhandels in Europa zur Prostitution gezwungen werden.


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Letzte Änderung 02.07.2020

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