Intervista, 24 agosto 2022: Schweizer Freisinn; Marco Wölfli
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Schweizer Freisinn: "Sechs Monate nach Beginn des Krieges in der Ukraine spricht Bundesrätin Karin Keller-Sutter über die Aufnahme der ukrainischen Flüchtlinge und die Solidarität der Schweizer Bevölkerung."
Vor sechs Monaten kamen die ersten ukrainischen Flüchtlinge in die Schweiz. Wie ist die Lage heute?
Über den Sommer nahm die Zahl der neu ankommenden Geflüchteten auf etwa 100 pro Tag ab. Zu Beginn waren es in der Spitze bis zu 1800 Personen pro Tag. Die Situation hat sich inzwischen beruhigt. Der Zustrom von Geflüchteten hängt jedoch vom Kriegsverlauf und den Lebensbedingungen in der Ukraine ab und kann sich deshalb zum Beispiel im Herbst wieder ändern.
Mit welcher Entwicklung rechnen Sie im Herbst?
Ich möchte nicht spekulieren. Wichtig ist, dass sich die Behörden auf verschiedene Szenarien vorbereiten. Wie bereits erwähnt, spielt der Kriegsverlauf hier die zentrale Rolle. Weitere Faktoren sehe ich bei der Energieversorgung in der Ukraine oder der Weiterwanderung von Schutzsuchenden aus den Nachbarstaaten der Ukraine. Auch die Zahl der regulären Asylgesuche dürfte tendenziell zunehmen. Der Migrationsdruck ist insgesamt deutlich angestiegen. Auf der anderen Seite bereiten wir uns schon jetzt auf eine allfällige Rückkehr der Geflüchteten aus der Ukraine vor. Schon vor den Sommerferien habe ich dem SEM den entsprechenden Auftrag dazu erteilt.
Zu Beginn ging es darum, dass alle Flüchtlinge ein Dach über den Kopf und den Schutzstatus S gekriegt haben. Welche Herausforderungen stellen sich heute?
Die Unterbringung ist ein Dauerthema. Die Zuständigkeit liegt hier bei den Kantonen. Mittelfristig müssen sich das SEM und die Kantone darauf vorbereiten, dass die Anzahl täglich neuankommender Personen aus der Ukraine wieder ansteigen könnte. Weitere Herausforderungen sind die Integration in den Arbeitsmarkt sowie auch die Frage der Rückkehr.
Was kann unternommen werden, um die Erwerbsquote der Ukrainerinnen und Ukrainer zu erhöhen?
Schon heute arbeitet knapp jede 10. Ukrainerin beziehungsweise jeder 10. geflüchtete Ukrainer. Dieser Wert ist höher als bei anderen Flüchtlingen. Es gilt zu bedenken, dass 75 Prozent der Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter Frauen sind, die auch Betreuungsaufgaben erfüllen müssen. Es ist mir wichtig, dass wir hier im engen Kontakt mit der Wirtschaft arbeiten. Die Sozialpartner treffe ich deshalb regelmässig.
Wie sieht die langfristige Strategie im Umgang mit den Ukraine-Flüchtlingen aus?
Der Status S ist rückkehrorientiert und auf ein Jahr befristet, also bis März 2023. Der Bundesrat wird entscheiden, ob er den Status S verlängert oder aufhebt. Bereits Ende Juni habe ich den Auftrag erteilt, alle rechtlichen, organisatorischen und logistischen Fragen zu klären, unter welchen Umständen und wie die Menschen dereinst zurückkehren können. Wie bei der Aktivierung des Status S braucht es auch bei dessen Aufhebung eine enge Koordination auf europäischer Ebene.
Besteht die Gefahr, dass die grosse Hilfsbereitschaft der Schweizer Bevölkerung abnimmt?
Bis jetzt stelle ich weiterhin eine grosse Solidarität und Hilfsbereitschaft fest. Wichtig ist, dass es keine Missbräuche gibt, gerade in der Sozialhilfe. Wir arbeiten daran, an der EU-weiten Registrierungsplattform teilnehmen zu können. Die Plattform erlaubt einen Abgleich der Daten zwischen den Schengen-Staaten, um zu sehen, ob jemand schon in einem anderen Staat einen Schutzstatus hat. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Kantone mit geeigneten Massnahmen dafür sorgen, dass niemand Sozialhilfe bezieht, der dazu nicht berechtigt ist.
Ist der Schutzstatus S auch für künftige Flüchtlingsbewegungen gemacht oder muss er reformiert werden?
Der Status S ist die Ausnahme und nicht die Regel. Er wurde für die kollektive Aufnahme von Kriegsflüchtlingen geschaffen, die schnell und unbürokratisch den vorübergehenden Schutz der Schweiz brauchen. Für Personen, die eine individuelle Verfolgung geltend machen, bleibt das ordentliche Asylverfahren die Regel. Da wir den Status S zum ersten Mal anwenden, habe ich bereits im Mai eine Evaluationsgruppe eingesetzt, die im Juli ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie prüft, inwiefern sich der rechtliche Rahmen des Status S bewährt hat. Die Evaluationsgruppe wird bis Ende Juni 2023 eine Analyse des rechtlichen Handlungsbedarfs und Spielraums vornehmen. Ich erwarte einen Zwischenbericht bis Weihnachten.
Info complementari
Guerra in Ucraina: la Svizzera accoglie i profughi Dallo scoppio della guerra, i profughi ucraini cercano rifugio in Europa occidentale. La Svizzera si mostra solidale e ha attivato per la prima volta lo statuto S, per offrire una protezione rapida e semplice alle persone provenienti dall'Ucraina. Esse ottengono un diritto di soggiorno senza dover percorrere una procedura d'asilo ordinaria.
22 ottobre 2025
Il Consiglio federale promuove l’attività lucrativa dei titolari del permesso di protezione S
Il Consiglio federale intende promuovere l’attività lucrativa dei titolari del permesso di protezione S. A tal fine introduce alcuni agevolamenti amministrativi per i datori di lavoro e fa maggiormente leva sul contributo personale dei potenziali lavoratori in vista di accedere al mercato del lavoro. Nella seduta del 22 ottobre 2025 ha deciso di porre in vigore pertinenti modifiche a due ordinanze il 1° dicembre 2025.
22 ottobre 2025
Le persone del settore dell’asilo potranno viaggiare all’estero soltanto in via eccezionale
In futuro i richiedenti l’asilo, le persone ammesse provvisoriamente e quelle bisognose di protezione non potranno in linea di massima più viaggiare nel loro Paese di origine o di provenienza oppure in altri Stati. Secondo la volontà del Parlamento, la Segreteria di Stato della migrazione (SEM) potrà autorizzare tali viaggi soltanto in casi eccezionali. Le persone con statuto di protezione S provenienti dall’Ucraina sono escluse da questo divieto di massima. Nella seduta del 22 ottobre 2025 il Consiglio federale ha avviato la consultazione relativa alle corrispondenti modifiche d’ordinanza e a una regolamentazione speciale.
8 ottobre 2025
Nessuna revoca dello statuto di protezione S
Dal momento che continua a non prospettarsi una stabilizzazione duratura della situazione in Ucraina, nella seduta dell’8 ottobre 2025 il Consiglio federale ha deciso di non revocare prima del 4 marzo 2027 lo statuto S a favore delle persone bisognose di protezione provenienti dall’Ucraina. Ha inoltre prorogato fino a tale data anche le misure di sostegno per i titolari dello statuto di protezione S (programma S). In attuazione di una decisione del Parlamento, la Segreteria di Stato della migrazione (SEM) nel concedere la protezione provvisoria distingue ora tra regioni in cui il ritorno è considerato esigibile e regioni in cui non lo è.
25 giugno 2025
Adeguamento dello statuto di protezione S
In futuro lo statuto di protezione S sarà concesso soltanto alle persone provenienti da regioni ucraine in cui la vita e l’integrità fisica sono concretamente minacciate. Le persone con lo statuto S potranno inoltre soggiornare in Ucraina soltanto per 15 giorni per semestre. Il Consiglio federale intende così attuare tre interventi parlamentari e nella seduta del 25 giugno 2025 ha deciso di inviare queste proposte in consultazione.
28 maggio 2025
Il Consiglio federale intende migliorare ulteriormente l’integrazione delle persone con statuto S nel mercato del lavoro
Il Consiglio federale intende aumentare il numero di persone con statuto S che esercitano un’attività lucrativa. Per coloro che vivono in Svizzera da almeno tre anni intende conseguire un tasso d’occupazione del 50 per cento entro la fine del 2025. Attualmente, circa il 38 per cento di loro ha un impiego. I Cantoni che non raggiungeranno questo obiettivo dovranno adottare misure supplementari. Questo è quanto il Consiglio federale ha deciso nella seduta del 28 maggio 2025, rinunciando però a introdurre ulteriori incentivi finanziari sotto forma di un sistema di malus nella promozione dell’integrazione.
2 giugno 2022
"Die Kunst des Imperfekten"
Discorso, 2 giugno 2022: Rheintaler Wirtschaftsforum; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
23 aprile 2022
«Demokratie ist keine Zwangsläufigkeit der Zivilisation»
Discorso, 23 aprile 2022: Assemblea generale della NZZ; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
11 marzo 2022
Aktivierung des Schutzstatus S für Menschen aus der Ukraine
Discorso, 11 marzo 2022: Conferenza stampa del Consiglio federale; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
4 marzo 2022
Medienkonferenz des Bundesrates zur Aktivierung des Schutzstatus S
Discorso, 4 marzo 2022: conferenza stampa del Consiglio federale; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
28 febbraio 2022
La Svizzera si unisce alle sanzioni dell’UE contro la Russia
Conferenza stampa del Consiglio federale; Consigliera federale Karin Keller-Sutter - vale il testo parlato
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